Stoppelmanagement, Kontrollierte Feldhygiene als Erfolgsfaktor

Stoppelmanagement, Kontrollierte Feldhygiene als Erfolgsfaktor


John Christensen, GreenTec A/S

 

Zehn Jahre Stoppelmanagement in der Praxis

Vor zehn Jahren hat GreenTec Spearhead die ersten Mulcher speziell für das effektive Stoppelmanagement nach Getreide, Raps und Mais entwickelt. Die Aufgabe der Maschinen ist es, nach der Ernte alle Stoppelreste schlagkräftig und wirkungsvoll zugleich zu zerkleinern und so für eine schnelle Rotte und damit für eine bessere Feldhygiene zu sorgen.

 

 

Was verstehen wir unter Stoppelmanagement?

Stoppelmanagement hat das Ziel, für
eine schnellere und vollständige
Rotte der Stoppelreste, die nach der
Getreide- und Maisernte auf dem
Feld hinterlassen werden, zu sorgen.

 

Mit der richtigen Stoppelbearbeitung
ist es möglich, optimale
Bedingungen für das Wachstum der
Folgefrucht und damit für den Ertrag
der kommenden Saison zu schaffen.
Die Arbeit des Stoppelmulchens wird dabei am besten mit dem Stubble Master 500 oder dem Stubbel Master 730 gemacht. Diese Großflächenmulcher haben Arbeitsbreiten von 5,0 beziehungsweise 7,3 Meter.  

 

Das Herzstück der Maschinen ist das patentierte Messersystem „Star Cut“. Es sorgt für eine perfekte Zerkleinerung, erfordert aber nur einen sehr geringen Kraftbedarf. Die besondere Arbeitsweise der Mulcheinheit schafft die optimalen Rottebedingungen: Durch die starke Saugwirkung der Rotoreinheit werden die zerkleinerten und ausgefransten Stoppelreste mit Staub gemischt, wodurch der Verrottungsprozess sofort beginnen kann. Die schnelle Rotte reduziert das Risiko der Übertragung und vor allem der Überwinterung von pilzartigen Krankheiten. Gleichzeitig wird die Freisetzung von Nährstoffen aus den Stoppelresten kontrolliert beziehungsweise gesteuert.

 

Eine gute Feldhygiene bringt klare Vorteile:

Schneller Abbau der Erntereste:

Wenn die zerkleinerten Stoppelreste gut mit Staub vermischt werden, entstehen optimale Bedingungen für die Mikroorganismen, die das Strohmaterial verdauen sollen. Die gleichzeitige Zerkleinerung und Vermischung schafft einen ”Turboeffekt” für den Verrottungsprozess. Das Ergebnis hieraus ist eine kontrollierte Freisetzung der Nährstoffe während der vorwinterlichen Rotte- und Wachstumsphase. Diese Nährstoffe werden dem verrottenden organischen Material entzogen und stehen so nicht mehr als Überwinterungssubstrat für pilzartige Krankheiten zur Verfügung.

 

Aktivierung von Ausfallraps, Ausfallgetreide und Unkrautsamen:

Besonders nach der Rapsernte ist das Stoppelmanagement außergewöhnlich effektiv, um die ausgefallenen und auf dem Feld verbliebenen Rapskörner zu aktivieren. Die zerkleinerten Stoppel- und Strohreste bilden eine leichte Deckschicht, in der sich auch in relativ trockenen Jahren genug Feuchtigkeit sammelt. Dadurch können die ausgefallenen Rapskörner ebenso wie Unkrautsamen hervorragend aktiviert werden und laufen unverzüglich wieder auf. Dieser Effekt kann genauso auch nach der Getreideernte genutzt werden.

 

Das Verteilen der Stoppelreste:

Die Arbeitsbreite der Mähdrescher ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Damit wird es immer schwieriger, das gehäckselte Stroh wieder über die gesamte Arbeitsbreite zu verteilen. Mit Hilfe des Stubble Masters kann man das gehäckselte Stroh insbesondere bei einer gegenüber der Druschrichtung schräg versetzten Arbeitsrichtung des Mulchers nochmals zerkleinern und gleichzeitig breiter verteilen. Der Stubble Master ist dabei extra so konstruiert worden, dass die Messer das zerkleinerte Material über die gesamte Arbeitsfläche gleichmäßig verteilen. Dadurch erreicht man die perfekte Verteilung der Stoppelreste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Effektive Maiszünsler-Vorbeugung:

Der Maiszünsler ist einer der schlimmsten Schädlinge im Maisanbau und mittlerweile fast überall in Deutschland ein Problem. Eine effektive Vorbeugung und Bekämpfung erfolgt mit der weitgehenden Zerkleinerung der auf dem Feld verbliebenen Maisstoppel. Nur so kann verhindert werden, dass die Larven überwintern können. Die Grundregel für die notwendige Feldhygiene ist, dass es auf dem Feld vor dem Winter keine Maisstängel mehr geben darf, bei denen das von zwei Wachstumsknoten gebildete „Haus“ noch unbeschädigt ist – und zwar sowohl bei den über der Erde liegenden als auch bei den von Erde bedeckten Stoppelresten. Jedes unbeschädigte „Haus“ ist ein Überwinterungsquartier, vor allem auch dann, wenn es durch Einarbeitung oder Unterpflügen zusätzlich noch durch Erde vor Frost geschützt wird.      

 

Sorgfältiges Aufräumen nach Lagergetreide:

Oft verbleiben nach der Ernte noch
Strohreste oder sogar ganze
Pflanzen von Lagergetreidestellen
auf dem Feld. Diese Lager können
die nachfolgende Bodenbearbeitung
sehr stören. Eine bei Bedarf auch
mehrfache Bearbeitung der
betroffenen Teilflächen mit einem
Stubble Master löst diese Probleme
sehr schnell und effektiv.

 

 

 

Hochschnitt mit dem Mähdrescher:

Eine interessante, aber oft nicht
genutzte Möglichkeit zur Erhöhung
der Mähdrusch-Schlagkraft ist der
Hochdrusch bei Flächen, auf
denen das Stroh ohnehin nicht
genutzt werden soll. Wenn man
beim Mähen das Schneidwerk des
Mähdreschers lediglich um 10 cm
höher fährt, erhöht sich die
Kapazität des Mähdreschers um
rund 20 Prozent. Besonders in regnerischen Jahren mit engen Erntefenstern kann diese Arbeitsweise die Wirtschaftlichkeit der Ernte erheblich steigern, weil die höhere Schlagkraft eine schnellere Ernte ermöglicht und so unnötige Trocknungskosten vermieden werden können. Die längeren Stoppel werden nach dem Drusch mit dem Stubble Master schlagkräftig zerkleinert und sind so für die Folgekulturen kein Hindernis.  

 

Weniger Arbeitsstunden und geringerer Dieselverbrauch:

Das patentierte Messersystem Star Cut zeichnet sich durch eine perfekte Zerkleinerung und Verteilung des zu mulchenden Materials aus. Mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von rund 15 km pro Stunde wird im Vergleich zu anderen Verfahren eine sehr hohe Schlagkraft erreicht, der Arbeitszeitbedarf wird spürbar reduziert. Das ist hilfreich, weil die Zeitfenster in der Ernte oft sehr begrenzt sind und deshalb ackerbaulich sehr wichtige Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung oft mangels ausreichender Arbeitskapazitäten nur unzureichend durchgeführt werden. Die hohe Schlagkraft der Stubble Master Mulcher hilft, diese Engpässe zu lösen. Die hohe Schlagkraft reduziert zudem den absoluten Dieselverbrauch auf rund 2,5 Liter pro Hektar für eine normale Überfahrt bei durchschnittlicher Menge an Stoppelresten.

 

Dieser Artikel wurde am 23-05 2016 veröffentlicht

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